Rekorde auf dem Rasen, Hängepartie am Verhandlungstisch: Die aktuelle Lage beim FC Bayern

Rekorde auf dem Rasen, Hängepartie am Verhandlungstisch: Die aktuelle Lage beim FC Bayern

Historische Marke für scheidenden Goretzka

Leon Goretzka sorgte am Wochenende für einen echten Meilenstein, auch wenn er davon zunächst überhaupt nichts mitbekam. Mit seinem wuchtigen Volley in der 53. Minute zum zwischenzeitlichen 2:0 trug sich der Mittelfeldspieler beim souveränen 5:0-Erfolg der Münchner in die Geschichtsbücher ein. Es war der 102. Saisontreffer des FC Bayern, was einen neuen Rekord in der Bundesliga-Historie bedeutet. Erst im Nachhinein erfuhr der Torschütze von der Bedeutung seines Treffers. Für Goretzka, der den Rekordmeister im kommenden Sommer ablösefrei verlassen wird, ist das zweifellos eine schöne Randnotiz. Aktuell liegt der Fokus für ihn und die gesamte Mannschaft aber ohnehin voll auf dem sportlichen Endspurt. Drei Titel sind in dieser Spielzeit noch greifbar, bevor sich die Wege trennen.

Unmut über den Poker mit Upamecano

Während auf dem Platz also neue Bestmarken aufgestellt werden, sorgt die Kaderplanung für die nächste Saison abseits des Rasens für ordentlich Diskussionsstoff. Konkret geht es um die sich zäh hinziehende Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano. Im „Doppelpass“ hagelte es dafür deutliche Kritik. Besonders Stefan Effenberg zeigte sich genervt von der aktuellen Situation und der Kommunikation des Vereins. Dass Sportvorstand Max Eberl kürzlich davon sprach, man werde „irgendwann“ eine Lösung finden, stört den ehemaligen Bayern-Kapitän gewaltig. Der Verein brauche schließlich dringend Planungssicherheit. Man müsse dem Franzosen endlich ein klares Ultimatum setzen, anstatt wochen- oder gar monatelang am Verhandlungstisch herumzudrucksen. Auch Max Kruse kann das Zögern des Verteidigers absolut nicht nachvollziehen. Der Ex-Profi wies darauf hin, dass Upamecano zwar momentan stark aufspiele, in der Vergangenheit aber auch durchaus schwächere Phasen hatte. Bei einem kolportierten Angebot von 20 Millionen Euro hätte Kruse jedenfalls längst unterschrieben. Ein derart lukratives Angebot werde er vom FC Bayern vermutlich kein zweites Mal vorgelegt bekommen.

Überraschende Alternativen für die Defensive

Sollte sich Upamecano am Ende tatsächlich gegen einen Verbleib in München entscheiden, hat Effenberg direkt eine unkonventionelle Lösung parat. Er brachte kurzerhand Luka Vuskovic vom Hamburger SV ins Gespräch. Der erst 18-jährige Innenverteidiger hatte den Bayern kürzlich bei einem hart umkämpften 2:2-Unentschieden am Samstagabend das Leben enorm schwer gemacht und sogar einen Treffer erzielt, der die Münchner am Ende wichtige Punkte kostete. Ein derart junges Talent, das sich bereits jetzt unter Druck beweist, könnte nach Ansicht von Effenberg unter der Anleitung von Vincent Kompany extrem schnell reifen. Immerhin war der heutige Trainer früher selbst ein Weltklasse-Verteidiger und weiß genau, worauf es auf dieser Position ankommt. Neben dem aufstrebenden Kroaten geistert in der Expertenrunde noch ein weiterer Name durch den Raum. Auch Nico Schlotterbeck wird als mögliche Alternative gehandelt, da der Nationalspieler in Sachen Vertragsverlängerung bei Borussia Dortmund offenbar ebenfalls noch unentschlossen ist.