Es rumort gewaltig in der Hintermannschaft von Borussia Dortmund. Während ein wildes Spiel gegen den 1. FC Heidenheim einen bitteren personellen Rückschlag forderte, reißt parallel das Raten um die Zukunft eines absoluten Leistungsträgers nicht ab. Die Dortmunder Abwehr steht derzeit von allen Seiten unter Druck.
Teuer erkaufter Sieg gegen Heidenheim Der 3:2-Erfolg der Schwarz-Gelben glich einer echten Achterbahnfahrt. Zunächst brachte Waldemar Anton den BVB planmäßig mit 1:0 in Führung, doch kurz vor dem Pausenpfiff überschlugen sich dann die Ereignisse. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte kassierten die Dortmunder nicht nur den Ausgleich zum 1:1, sondern verloren im selben Atemzug auch Filippo Mane. Über die linke Seite brach der Heidenheimer Mathias Honsak durch und zwang den BVB-Verteidiger in ein schnelles Laufduell. Plötzlich fasste sich Mane an den Oberschenkel und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen liegen. Er musste umgehend behandelt werden, an ein Weiterspielen war nicht mehr zu denken. DAZN-Kommentator Lukas Schönmüller analysierte die Szene treffend: „Das ist natürlich bitter in der Entstehung, weil Mané da irgendwas reinfährt.“
Kovac bangt um seinen Abwehrspieler Besonders tragisch ist der Vorfall, weil sich der junge Innenverteidiger gerade erst mühsam seinen Platz in der Startelf erkämpft hatte und ihm nun ein längerer Ausfall droht. Auf der anschließenden Pressekonferenz machte BVB-Trainer Niko Kovac aus seiner Sorge keinen Hehl. Ihm tue es wahnsinnig leid, dass sich Filippo in dieser Aktion verletzt habe. Man gehe stark von einer Muskelverletzung aus und hoffe nun inständig, dass keine Sehne in Mitleidenschaft gezogen wurde. Wenn ein Spieler derart abrupt abstoppe, sei das meist kein simpler Faserriss, sondern etwas Größeres, erklärte Kovac. Genauere Untersuchungen sollen zeitnah Gewissheit bringen.
Ausstiegsklausel weckt Madrids Interesse Als ob die personelle Lücke durch den verletzten Mane nicht schon genug Kopfzerbrechen bereiten würde, brodelt es auch bei einer anderen Konstante in der Abwehrreihe. Eigentlich schien die Personalie Nico Schlotterbeck längst geklärt zu sein. Mit seiner kürzlichen Vertragsverlängerung bis 2031 hatte er potenziellen Interessenten – allen voran Real Madrid – vermeintlich eine definitive Absage erteilt. Die Königlichen hatten den deutschen Nationalspieler fest als Sommer-Verstärkung für die Defensive im Visier. Die Tür schien zu, doch die spanische Zeitung MARCA berichtet nun von einem enorm wichtigen Detail im neuen Arbeitspapier. Demnach existiert eine Ausstiegsklausel in Höhe von 60 Millionen Euro, die einen vorzeitigen Abschied im Sommer durchaus wieder zu einer realistischen Option macht.
Risse im Verhältnis zu den Fans Dass ein Wechsel trotz des langfristigen Bekenntnisses überhaupt wieder ernsthaft Thema ist, liegt vor allem an der angespannten Stimmungslage abseits des Platzes. Das Verhältnis zwischen Schlotterbeck und den eigenen Anhängern gilt als schwer belastet. Bei der jüngsten Niederlage gegen Bayer Leverkusen kassierte der Verteidiger unüberhörbare Pfiffe von den Rängen. Auch hinter den Kulissen soll es im Austausch mit der Vereinsführung spürbare Spannungen geben. Real Madrid beobachtet diese komplexe Entwicklung ganz genau. Pikant an der Sache: Sollte Dortmund am Ende der aktuellen Saison die Qualifikation für die Champions League verpassen, könnte sich die festgeschriebene Ablösesumme angeblich sogar noch weiter verringern.
Der Verein versucht derweil nach Kräften, dem Spieler die ungeteilte Wertschätzung zu vermitteln und ihn davon zu überzeugen, dass seine Entscheidung für die Verlängerung richtig war. Die sportlichen Argumente sprechen ohnehin für sich. In 23 Ligaeinsätzen dieser Spielzeit steuerte Schlotterbeck nicht nur vier Tore und eine Vorlage bei, sondern half auch bei neun Zu-Null-Spielen und verzeichnet durchschnittlich mehr als zehn Defensivaktionen pro Partie. Dennoch schwebt die gesamte Situation derzeit in einer ziemlichen Grauzone. Auf die Dortmunder warten definitiv unruhige Wochen.