Völler schwärmt vom „Geschenk“ AC Mailand
Niclas Füllkrug scheint in der Serie A angekommen zu sein. Am vergangenen Sonntag bescherte der 32-Jährige der AC Mailand mit seinem ersten Treffer einen knappen 1:0-Sieg gegen US Lecce. Für DFB-Sportdirektor Rudi Völler kommt dieser Aufschwung genau zur rechten Zeit. Im Gespräch mit der italienischen „Gazzetta dello Sport“ bezeichnete er den Wechsel des Nationalstürmers schlichtweg als „Geschenk“, von dem letztlich beide Seiten massiv profitieren würden.
Tatsächlich gab es vor dem Transfer wohl auch konkretes Interesse aus der Bundesliga. Die Strahlkraft der Rossoneri war am Ende aber offensichtlich zu groß – oder wie Völler es pragmatisch formulierte: „Milan ist eben Milan.“ Besonders erfreulich aus Sicht der deutschen Nationalmannschaft ist die Tatsache, dass Füllkrug in Norditalien deutlich regelmäßiger auf dem Platz steht als noch bei seiner vorherigen Station West Ham United. Mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft im Sommer ist das ein enorm wichtiger Faktor. Zudem passe die Spielweise der Mailänder laut Völler ideal zum Profil des bulligen Stürmers. Der DFB-Direktor, der einst selbst für die AS Rom in Italien auf Torejagd ging, ist über das „Abenteuer in Mailand“ sehr glücklich und hofft inständig, dass Füllkrugs Lauf nun weitergeht.
Weltklasse-Niveau beim Stadtrivalen
Während Füllkrug auf der roten Seite der Modemetropole Fuß fasst, sorgt beim Stadtrivalen Inter ein anderer Angreifer für noch größere Schlagzeilen. Lautaro Martinez untermauert aktuell eindrucksvoll seinen Status als einer der besten Mittelstürmer weltweit. Erst am Ostersonntag meldete sich der 28-Jährige nach einer Verletzungspause überragend zurück. Beim spektakulären 5:2-Heimsieg gegen die AS Rom schnürte der Argentinier einen Doppelpack und beendete damit Inters kleine Durststrecke von drei sieglosen Ligaspielen in Serie. Auch sein Sturmpartner Marcus Thuram zeigte sich dabei mit einem Tor und zwei Vorlagen wieder von seiner besten Seite.
Für den ehemaligen Inter-, Roma- und Milan-Profi Antonio Cassano gibt es an Lautaros Extraklasse ohnehin absolut keine Zweifel. In der neuesten Ausgabe des Podcasts „Viva El Futbol“ fand er extrem deutliche Worte für Kritiker, die dem Kapitän der Nerazzurri gelegentlich die Entscheidungsfähigkeit absprechen wollen. Er nannte diese Leute unmissverständlich „Clowns“. Cassano legte sich ohne Zögern fest: Martinez sei schlichtweg phänomenal und gehöre definitiv zu den drei bis fünf besten Stürmern der Welt.
Kurs auf den nächsten Scudetto
Die nackten Zahlen geben dieser steilen These Recht. Mit 16 Treffern aus 26 Partien führt „El Toro“ die Torschützenliste der italienischen Eliteklasse souverän an. Sein Vorsprung auf die direkte Konkurrenz beträgt satte fünf Tore. Schon seit seinem Wechsel von Racing im Jahr 2018 ist er das Gesicht des Erfolgs bei Inter und holte in dieser Zeit bereits zwei Meistertitel.
Nun steht er kurz davor, das Team von Trainer Cristian Chivu zum nächsten Scudetto zu führen. Sieben Spieltage vor Saisonende hat sich Inter ein äußerst komfortables Polster von sieben Punkten auf den Tabellenzweiten Napoli aufgebaut. „Inter ist die stärkste Mannschaft in Italien, ohne Wenn und Aber“, betonte Cassano am Mikrofon. Mit einem Ausnahmespieler wie Martinez bewege sich das Team einfach auf einem völlig anderen Level. Diese gnadenlose Dominanz will die Mannschaft am kommenden Wochenende direkt bestätigen. Dann steht nämlich das anspruchsvolle Auswärtsspiel beim Tabellenvierten Como im Stadio Giuseppe Sinigaglia auf dem Programm, wo Lautaro sein Torekonto weiter in die Höhe schrauben möchte.