Der berüchtigte „Deadline Day“ hat den Fußballfans erneut dramatische Stunden und überraschende Wendungen beschert. Neben den aufsehenerregenden Transfers von Spielern wie Brajan Gruda, Felipe Chávez, Aarón Anselmino und Ademola Lookman haben sich gleich mehrere Topklubs in buchstäblich letzter Sekunde verstärkt. Gleichzeitig richten Vereine wie Manchester United den Blick bereits auf kluge Investitionen für den kommenden Sommer, was die anhaltende Dynamik des internationalen Transfermarktes unterstreicht.
Neue Titelhoffnung für Benzema in Saudi-Arabien Karim Benzema hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Der Ballon-d’Or-Gewinner wechselt innerhalb der saudi-arabischen Liga von Al-Ittihad zu Al-Hilal. Rund 25 Millionen Euro Ablöse fließen für diesen bemerkenswerten Transfer. Da sein bisheriger Vertrag ohnehin zum Saisonende ausgelaufen wäre und Gespräche über eine Verlängerung zuvor krachend gescheitert waren, ergab sich nun diese unerwartete Möglichkeit. Für den mittlerweile 38-jährigen Stürmer bietet der Wechsel vor allem eine realistische Chance auf die Meisterschaft. Sein neuer Klub ist in der Tabelle wesentlich besser positioniert als Al-Ittihad.
Rekordsumme für französisches Defensivtalent Der FC Liverpool hat tief in die Tasche gegriffen. Für schätzungsweise 70 Millionen Euro sicherten sich die „Reds“ die Dienste des Innenverteidigers Jérémy Jacquet vom französischen Erstligisten Stade Rennes. Zwar wird der hochgehandelte Youngster erst im kommenden Sommer auf die Insel wechseln, doch der Deal ist bereits vollständig unter Dach und Fach. Mit dieser enormen Summe avanciert Jacquet zum teuersten Abgang in der Geschichte der renommierten Nachwuchsakademie von Rennes. Er übertrifft damit Jérémy Doku, der 2023 für 60 Millionen Euro zu Manchester City transferiert wurde. Dem Vernehmen nach war auch der FC Chelsea an dem Abwehrtalent stark interessiert.
Rückkehrer und Nachwuchshoffnungen in der Bundesliga Auch in Deutschland gab es noch kurzfristige Bewegungen. Brajan Gruda feiert eine unerwartete Rückkehr in die Bundesliga. RB Leipzig leiht den ehemaligen Mainzer Flügelspieler bis zum Saisonende vom englischen Erstligisten Brighton & Hove Albion aus. Auf der Insel konnte Gruda in 39 Premier-League-Einsätzen immerhin zwei Tore sowie fünf Vorlagen verzeichnen. Marcel Schäfer, Geschäftsführer bei RB Leipzig, lobte den Neuzugang ausdrücklich für seine enorme Schnelligkeit, die starke Ballkontrolle und seine kreative sowie technisch versierte Spielweise.
Der 1. FC Köln bediente sich derweil beim Rekordmeister. Das 18-jährige Talent Felipe Chávez wechselt leihweise bis zum Ende der aktuellen Spielzeit vom FC Bayern München in die Domstadt. Die Kölner sicherten sich zudem eine Kaufoption für den Sommer, wobei den Münchnern Medienberichten zufolge eine spätere Rückkaufklausel eingeräumt wurde. Thomas Kessler, Geschäftsführer des FC, betonte, man wolle den in Bayern geborenen Peruaner behutsam an das Niveau der Bundesliga heranführen. Chávez wurde im Nachwuchs des FC Augsburg sowie des FC Bayern ausgebildet und absolvierte bereits zwei Kurzeinsätze in der höchsten deutschen Spielklasse. Er ist nach Jahmai Simpson-Pusey der zweite Kölner Winterneuzugang.
Das wilde Leih-Karussell um Anselmino Die europäische Reise des Aarón Anselmino nimmt derweil eine neue, fast schon abenteuerliche Wendung. Erst am 25. Januar hatte der FC Chelsea den Argentinier von seiner Leihe bei Borussia Dortmund vorzeitig zurückgeholt. Nun schickten die Londoner den 20-Jährigen direkt weiter zu ihrem französischen Partnerklub Racing Straßburg. Anselmino hatte in der laufenden Saison zehn Pflichtspiele für den BVB absolviert, in denen ihm ein Tor und eine Vorlage gelangen. Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl reagierte routiniert und erklärte, dass ihn dieser Schritt nicht wirklich überrascht habe. Der Bundesligist bedauerte den Abgang des Verteidigers, der sich unter Tränen verabschiedete, allerdings sehr. Chelsea hatte im letzten möglichen Moment eine entsprechende Klausel im Leihvertrag aktiviert.
Vorausschauende Kaderplanung auf der Insel Während der Wintertransfermarkt seine Pforten schließt, wirft der kommende Sommer bei Manchester United bereits seine Schatten voraus. Nach einer enttäuschenden vergangenen Spielzeit mit einem 15. Platz in der Premier League und der bitteren Niederlage im Europa-League-Finale befanden sich die „Red Devils“ massiv unter Zugzwang. Inzwischen hat sich die sportliche Ausgangslage jedoch drastisch verbessert. Eine Qualifikation für die Champions League gilt als äußerst wahrscheinlich. Dies verspricht ein deutlich höheres Transferbudget, macht angesichts der zusätzlichen Spiele aber auch einen breiteren Kader unumgänglich.
Obwohl von United in der Regel kostspielige Verpflichtungen erwartet werden, hält der Klub stets Ausschau nach lukrativen Gelegenheiten. Besonders im Tabellenkeller der Premier League lassen sich oft kluge Transfers bei potenziellen Absteigern realisieren. Sportexperten wie Tyrone Marshall haben bereits interessante Kandidaten ins Visier genommen. Bei Leeds United drängt sich beispielsweise Anton Stach auf. Der 27-jährige Mittelfeldakteur konnte in dieser Saison absolut überzeugen. Sollte Manuel Ugarte den Verein verlassen, wäre Stach eine ideale Option, um das Zentrum in der Breite zu stärken. Eine Verpflichtung von Dominic Calvert-Lewin scheint hingegen keine Option mehr zu sein. Bei Nottingham Forest rückt Elliot Anderson in den Fokus. Er gilt als Wunschkandidat für das United-Mittelfeld, was seine starken statistischen Werte untermauern. Nottingham verfügt über einige hochkarätige Spieler, die den Verein verlassen könnten, da der Klub angesichts seiner Qualität eigentlich gar nicht im Abstiegskampf stecken dürfte.