Die Voith-Arena wird am Mittwoch aus allen Nähten platzen, wenn der 1. FC Heidenheim im DFB-Pokal-Achtelfinale den Bundesligisten Eintracht Frankfurt empfängt. Die aktuelle Saison läuft für die Heidenheimer nicht ganz so schwungvoll, nachdem man in der vergangenen Spielzeit längere Zeit sogar noch vom Aufstieg in die 1. Bundesliga geträumt hatte. Zwei Niederlagen-Serien und nur ein Sieg aus den Spieltagen zwei bis elf haben die Schützlinge von Coach Frank Schmidt tief in den Tabellenkeller der 2. Bundesliga gedrückt. Langsam aber sicher können sie sich aber wieder etwas freischwimmen. Von den letzten sieben Partien ging nur noch das Abstiegsduell gegen die SpVgg Greuther Fürth verloren (17. Spieltag). In einigen Partien waren sogar wieder Ansätze aus der tollen Saison 2016/17 erkennbar, die Top-Teams Union Berlin (4:3) und SV Sandhausen (2.1) konnten in recht überzeugender Manier geschlagen werden. Überzeugend waren auch die bisherigen Pokalauftritte des 1. FC Heidenheim, das Achtelfinale erreichten sie über Auswärtssiege gegen die bayerischen Teams SpVgg Unterhaching (4:0) und Jahn Regensburg (5:2).

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Die Frankfurter gelten in der Bundesliga als die „Beißer“ und „Kratzer“, die mit ihrer defensiven Stabilität und offensiven Effizienz mit allen Teams auf Augenhöhe agieren. Selbst der FC Bayern hielt sich bei seinem Gastspiel in der Main-Metropole nur mit viel Glück und umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen schadlos (0:1, 15. Spieltag). Besonders auswärts kommt die Griffigkeit der Kovac-Truppe vollends zur Geltung. Bei ihren bisherigen neun Partien auf fremden Plätzen blieben sie nur in Leipzig erfolglos (1:2, 6. Spieltag). Mit fünf Siegen und drei Remis stehen sie in diesem Ranking auf Rang zwei der Bundesliga-Tabelle hinter Branchen-Primus FC Bayern. In der vergangenen Spielzeit schafften es die Hessen bis ins Finale des DFB-Pokal, scheiterten aber dort nach hartem Kampf nur knapp mit 1:2 gegen Borussia Dortmund. An den souveränen Auftritten der ersten beiden Runden in dieser Pokal-Saison lässt sich klar erkennen, dass für die Eintracht eine erneute „Reise nach Berlin“ unbedingt auf dem Tourneeplan steht. Bei den Siegen über die Amateure TuS Erndtebrück (3:0) und FC Schweinfurt 05 (4:0) blieben sie ohne Gegentor.

1. FC Heidenheim – Eintracht Frankfurt Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

Der Einzug in das DFB-Pokal-Achtelfinale stellt für die Heidenheimer kein Neuland dar. In der Saison 2015/16 bezwangen sie sogar in dieser Runde den Liga-Konkurrenten Erzgebirge Aue (2:0) und scheiterten dann erst im Viertelfinale knapp an Hertha BSC Berlin (2:3). Der 1. FCH konnte auch bereits einen Überraschungs-Coup gegen einen Bundesligisten landen (1:0 Werder Bremen, 1. Runde 2011/12). Sie wissen also bereits, wie es sich anfühlt, einen vermeintlichen Favoriten aus dem Weg zu räumen. Von den bisherigen acht Heimspielen im Pokal-Modus gingen jedoch nur ganze zwei Partien im Sinne Heidenheims aus. Personell kann Coach Frank Schmidt aus dem Vollen schöpfen, wird somit die bestmögliche Elf ins Pokal-Rennen gegen die Eintracht schicken können.

Die Frankfurter galten lange Zeit in den 70er- und 80er-Jahren als Pokal-Spezialist, holten sich in diesen beiden Jahrzehnten auch vier Mal den Pott (zuletzt 1987/88). Bis zur vergangenen Saison jedoch erreichten sie nur noch ein Mal das Finale (2005/06), das sie gegen den FC Bayern mit 0:1 verloren. Der überraschende Einzug in das Berliner Endspiel in der vergangenen Spielzeit unter Coach Kovac stellt vielleicht den Startpunkt einer Renaissance der Eintracht im Cup-Wettbewerb dar. Für das Match gegen den Zweitligisten Heidenheim stehen bis auf den gesperrten Innenverteidiger Abraham und den Langzeit-Verletzten Fabian die wichtigsten Spieler der Stammelf zur Verfügung.

Nachdem diese Achtelfinal-Partie beide Teams zum ersten Mal unter Pflichtspielbedingungen zusammenführt, sieht der direkte Vergleich noch jungfräulich aus. Auch die beiden Coaches Schmidt und Kovac haben bisher noch nicht die Klingen gekreuzt. Somit kann man sehr gespannt sein, wer hier die ersten Einträge in dieses Logbuch schreibt.

1. FC Heidenheim Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Müller
Abwehr: Strauß, Wittek, Beermann, Feick
Mittelfeld: Skarke, Titsch-Rivero, Griesbeck, Schnatterer
Sturm: Verhoek, Glatzel

Eintracht Frankfurt Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Hradecky
Abwehr: Russ, Falette, Chandler
Mittelfeld: Wolf, Boateng, Gacinovic, Hasebe, Willems
Sturm: Haller, Rebic

Eine klare Kiste für den Favoriten?

Dieser Pokal-Fight sollte im Grunde genommen eine klare Kiste darstellen. Unter Coach Kovac haben sich die Frankfurter zu einer äußerst stabilen Einheit entwickelt, die aufgrund des Finaleinzugs aus dem Vorjahr weiß, wie der DFB-Pokal funktioniert. Die phänomenale Auswärtsbilanz tut ihr Übriges dazu, um die Hessen zum klaren Favoriten im Duell gegen den 1. FC Heidenheim zu machen, der sich erst langsam wieder aus der Abstiegszone der 2. Bundesliga zu lösen beginnt. Es muss also schon ziemlich viel zusammenkommen, dass dem 1.FCH eine Überraschung gelingen könnte.