Für das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal in der Opel Arena rüsten sich am Dienstag der FSV Mainz 05 und der VfB Stuttgart. Der VfB Stuttgart wird hoffen, in diesem Match gegen den Südwest-Konkurrenten aus Rheinland-Pfalz endlich ihre Auswärtsstärke ablegen zu können. Ein Punkt aus neun Auswärtsspielen bedeuten in dieser Spielzeit den letzten Platz in diesem Bundesliga-Ranking. Das sind auch definitiv keine guten Voraussetzungen, der eigenen Pokal-Allergie Herr zu werden. Nimmt man die 2000er-Jahre, kamen die Stuttgarter nur drei Mal über ein Achtelfinale hinaus, wobei dabei aber zwei verlorene Pokalfinals 2007 (2:3 n. V. gegen 1. FC Nürnberg) und 2013 (2:3 gegen Bayern München) positiv herausstechen. In den ersten beiden Runden dieser Saison gelangen knappe Erfolge gegen den Regionalligisten Energie Cottbus (6:5 nach Elfmeterschießen) und beim 1. FC Kaiserslautern (3:1).

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Auch die Mainzer sind keine ausgewiesenen Spezialisten im DFB-Pokal. Wie der VfB kamen auch die 05er nur drei Mal in den 2000ern über das Achtelfinale hinaus, zuletzt 2012/13, als im Viertelfinale beim 2:3 n. V. zuhause gegen den SC Freiburg Endstation war. Dass den Mainzern aber solche heißen Pokalmatches durchaus gefallen, lässt sich an der Häufigkeit erkennen, mit der sie gerne auch noch spannende Verlängerungen und Elfmeterschießen mitnehmen. Nimmt man hier die letzten 20 Duelle im Cup-Wettbewerb mit Mainzer Beteiligung, gingen acht davon mindestens in die Overtime. Weitaus wichtiger als das Überwintern im DFB-Pokal wird dem FSV aber der Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga sein. Nimmt man die angespannte Personalsituation bei den Rheinland-Pfälzern vor allem bei den Offensivspielern hinzu, würde ein Ausscheiden in dieser Partie bei den heimstarken Schwaben nicht zu sehr überraschen. Für den Coach Sandro Schwarz, der trotz der Aufholjagd vom Samstag in Bremen seit einiger Zeit auf der Kippe steht, darf man aber dieses Pokalmatch nicht zu einem Schicksalsspiel hochstilisieren. Die ersten beiden Runden in dieser Pokalsaison brachten Erfolge gegen die beiden norddeutschen Klubs Lüneburger SK Hansa (3:1) und dem Zweitliga-Überraschungsteam Holstein Kiel (3:2 n. V.).

FSV Mainz 05 – VfB Stuttgart Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

Beim FSV Mainz 05 heißt es bisher in den Bundesliga-Heimspielen meist „hopp oder topp“, vier Siegen stehen auch vier Niederlagen gegenüber bei lediglich einer Punkteteilung. Die beiden letzten Partien in der Opel Arena gingen gegen den FC Augsburg (1:3) und Borussia Dortmund (0:2) verloren. In der ersten Pokalrunde gelang bei den Amateuren des Lüneburger SK ein knapper Erfolg. Das 3:2 n. V. zuhause gegen Holstein Kiel bedeutete den ersten Einzug in ein Pokal-Achtelfinale seit 2012/13. Offensiv stellt sich die Startelf für dieses Match beinahe von selbst auf, sieben Stammkräfte fehlen aus den Mannschaftsteilen Mittelfeld und Angriff aufgrund Verletzungen.

Es steht für die Stuttgarter zu hoffen, dass sie trotz der Ausfälle im Offensivbereich (dieses Schicksal teilen sie heute mit ihren Kontrahenten) wieder zu vorheriger Abschlussstärke finden. Nach der Partie gegen die Bayern vom Samstag hat man seit vier Spielen nicht mehr getroffen (selbst ein Strafstoß kurz vor Schluss konnte daran nichts ändern) und rutscht in der Liga langsam aber sicher den Abstiegsrängen gefährlich nahe. Der Auswärtsschwäche in der Bundesliga steht jedoch die Stärke auf fremden Plätzen im Pokal entgegen. In den vergangenen zehn Gastspielen im DFB-Pokal ballte man nach acht Partien die Siegerfaust. Personell brennt es weiterhin durch die Ausfälle der Stürmer, Mané, Donis und Ginczek.

Auch aus den direkten Vergleichen der beiden Teams lassen sich leichte Vorteile für den FSV Mainz 05 erkennen. Bei den bisherigen elf Partien FSV – VfB in der Bundesliga gingen die Mainzer fünf Mal als Sieger vom Platz, zwei Remis und vier VfB-Erfolge komplettieren diese Bilanz. Der letzte Sieg der Stuttgarter bei den 05ern liegt jedoch schon gut 12 Jahre zurück. Im einzigen bisherigen Pokal-Vergleich warfen die Stuttgarter die Mainzer in einer Erstrunden-Partie (1993/94) mit einem 1:0-Auswärtssieg aus dem Wettbewerb (Torschütze Guido Buchwald).

FSV Mainz 05 Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Zentner
Abwehr: Balogun, Bungert, Diallo
Mittelfeld: Donati, Quaison, Frei, Latza, Holtmann
Sturm: Berggreen, Fischer

VfB Stuttgart Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Zieler
Abwehr: Pavard, Badstuber, Kaminski
Mittelfeld: Beck, Ascacibar, Gentner, Özcan, Insua
Sturm: Terodde, Asano

Entscheidet die Auswärtsschwäche auch den Einzug in das Viertelfinale?

Mit letzten Kräften stolpern beide Teams der Winterpause entgegen und werden ihren Fokus wohl vor allem auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga legen. Der ausschlaggebende Faktor in dieser Pokal-Partie wird wohl in der Auswärtsschwäche des VfB Stuttgart liegen, die auch die letzten acht Partien in Mainz nicht siegreich gestalten konnten. Auch die eklatante Abschlussschwäche mit vier torlosen Partien in Serie spricht eher für eine Kugel mit dem FSV-Logo in der Lostrommel für das Viertelfinale.