Die HDI-Arena ist am Sonntagnachmittag Schauplatz des Hinrunden-Abschlusses von Hannover 96 im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Die Hannoveraner können aktuell froh sein, dass sie ihr letztes Spiel des Jahres 2017 vor eigenem Publikum absolvieren dürfen. Die Jungs unter Coach Andre Breitenreiter agieren seit einigen Wochen mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern. So mau ihre Leistungen derzeit bei Auswärtsreisen sind (vier Spiele nacheinander verloren), so erfolgreich läuft´s dagegen zuhause. Ein 4:2 gegen den damaligen Spitzenreiter Dortmund und jüngst das 2:0 über die Nagelsmänner aus Hoffenheim sprechen da schon eine deutliche Sprache. Insgesamt gesehen pendeln sich die Niedersachsen aber nach dem Überflieger-Saisonstart in etwa dort ein, wo man sie auch vor der Saison so in etwa erwartet hatte. Tabellenrang 10, ohne größere Abstiegsgefahr, entspricht durchaus den Qualitäten des Teams.

Bernd Leno During The Uefa Champions League Game Between Bayer 0
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Die Leverkusener hingegen traten über die Saison hinweg den umgekehrten Weg an, Unter dem neuen Coach Heiko Herrlich landeten sie nach drei Auswärtsniederlagen am Stück zum Auftakt zwischenzeitlich auf einem Abstiegsplatz. Danach ging es aber kontinuierlich aufwärts, der aktuelle Platz vier, der zur UEFA Champions League reichen würde, ist der vorläufige Höhepunkt der Entwicklung. Wichtiger Eckpfeiler für diesen Trend sind eine relativ stabile Defensive, in der die Bender-Zwillinge Sven und Lars mit ihrer Erfahrung und ihrer Konsequenz für klare Verhältnisse sorgen und das zuverlässige Ausnutzen von Torchancen. Bisher gelang den Leverkusenern immer mindestens ein Treffer. Kevin Volland, zwischenzeitlich fast in der Versenkung verschwunden, blüht unter Trainer Herrlich wieder auf (mittlerweile neun Saisontreffer) und Flügelflitzer Leon Bailey reißt mit seinen Sprints scheunentorgroße Löcher in die gegnerischen Abwehrreihen. Gewinnt Bayer dieses Match gegen Hannover 96, überwintern sie auf alle Fälle unter den Top 4 der Liga. Vor der verdienten Winterpause liegt für Bayer aber noch am Mittwoch das Achtelfinale des DFB-Pokals vor der Brust. Leverkusen tritt dabei beim Rhein-Rivalen Borussia Mönchengladbach an.

Hannover 96 – Bayer 04 Leverkusen Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

In den Heimspielen funktionieren die Schützlinge von Coach Breitenreiter noch ganz gut, von den bisherigen sieben Matches in der HDI-Arena ging nur der Vergleich mit Eintracht Frankfurt (1:2, 8. Spieltag) verloren. Konträr dazu entwickeln sich die Auswärtsspiele, von den vergangenen sechs Partien gingen fünf verloren. Lediglich in Augsburg punktete man dreifach (2:1, 9. Spieltag). Insgesamt aber dennoch eher ein Abwärtstrend erkennbar, der vielleicht auch mit der Verletzung des brasilianischen Neuzuganges Jonathas zusammenhängt, der seit Mitte November verletzt passen muss und davor beinahe in jedem Spiel mindestens eine Trefferbeteiligung vorweisen konnte. Außer Jonathas haben die 96er zum Hinrunden-Abschluss keine nennenswerten Ausfälle zu verzeichnen.

Die letzte von drei Saisonniederlagen leisteten sich die Bayer-Jungs am fünften Spieltag, seither ging kein Match mehr verloren. Von den letzten vier Auswärtspartien konnten sogar drei gewonnen werden, dabei auch das furiose 5:1 bei Mönchengladbach (9. Spieltag), gegen die man auch drei Tage später um den Einzug in das DFB-Pokal-Viertelfinale kämpft. Unter Coach Herrlich ist Leverkusen zu einer sehr stabilen und homogenen Einheit geworden, die taktisch variabel auf jeden Gegner reagieren kann. Aus den Reihen des Stammpersonals fehlen Julian Brandt und der Chilene Charles Aranguiz verletzt, Linksverteidiger Wendell sitzt noch seine verdiente Rotsperre ab.

Blickt man aus Sicht der Gastgeber Hannover auf den direkten Vergleich mit dem Kontrahenten aus Leverkusen, könnte einem nur angst und bange werden. In den 2000er-Jahren schafften die 96er nur zwei Heimsiege, ansonsten ließen die „Pillendreher“ mit ihrem „Leverklyphosat“-Gegnervernichtungsmittel keinen Grashalm mehr auf dem anderen. In den insgesamt letzten zehn Partien der beiden gegeneinander holten die Rheinländer sieben Siege bei zwei Unentschieden. Aus dieser Sicht heraus ein klares Plus für den leichten Favoriten dieser Begegnung.

Hannover 96 Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Tschauner
Abwehr: Korb, Sané, Anton, Korb
Mittelfeld: Maier, Schwegler, Bakalorz, Klaus
Sturm: Harnik, Füllkrug

Bayer 04 Leverkusen Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Leno
Abwehr: Dragovic, Tah, Bender
Mittelfeld: Henrichs, Kampl, Havertz, Kohr
Sturm: Bailey, Volland, Alario

Kann Hannover dem Angstgegner Bayer 04 standhalten?

Aus den genannten direkten Vergleichen heraus lässt sich leicht eine Favoritenrolle für Bayer 04 Leverkusen herauskristallisieren. Sie haben seit Monaten einen echten Lauf, der auch von den zuletzt heimstarken Niedersachsen kaum zu stoppen sein wird. In dieser Verfassung bleibt Bayer 04 ein waschechter Kandidat für die UEFA Champions League, und als solcher wird man sich von einem Mittelfeld-Team wie Hannover nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und die drei Punkte mit nach Hause nehmen.