Im letzten Spiel vor der Winterpause treffen sich am Samstag im Weserstadion die Abstiegskonkurrenten SV Werder Bremen und der FSV Mainz 05. Für beide Teams geht es ums nackte Überleben im Fußball-Oberhaus. Die Bremer auf Rang 17 und Mainz auf 15 sind nur zwei Punkte voneinander getrennt, ein Heimsieg des SV Werder würde also definitiv das Verlassen der direkten Abstiegsplätze bedeuten. Trainer Florian Kohfeldt hofft dabei, dass er die Miniserie mit zwei gewonnenen Heimpartien nacheinander am Samstag in diesem „Sechs-Punkte-Spiel“ ausbauen kann. Jedoch stehen diesen beiden Erfolgen vor heimischem Publikum unter seiner Regie auch vier Auswärtsniederlagen zu Buche. Ob diese Fokussierung auf die Matches zuhause zum Klassenerhalt reicht, wird man sehen müssen. Gegen den FSV Mainz 05 wäre jedoch ein erneuter Dreier absolut erste Bürgerpflicht.

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Der neu gewonnenen Heimstärke der Bremer steht die deutlich erkennbare Auswärtsschwäche der Mainzer gegenüber. Nur drei Punkte und fünf Tore aus sieben Partien sprechen eine deutliche Sprache. Bei den Rheinland-Pfälzern geht es seit dem achten Spieltag, als man mit Rang 10 die bisher beste Tabellenplatzierung schaffte, beständig bergab. Nach dem 0:2 gegen den BVB unter dem neuen Trainer Peter Stöger ist man nun auf Rang 15 abgerutscht und sitzt somit auf dem Klassenerhalts-Hot Seat. Für Coach Sandro Schwarz kann eine Niederlage in Bremen und dem damit verbundenen Abrutschen auf die Abstiegsränge vielleicht schon den Job kosten, obwohl er sich der Presse gegenüber nicht auf ein „Krisengerede“ einlassen möchte. Er bezeichnete zwar die Leistung gegen den BVB als „nicht zwingend genug“, ein Abstellen dieses Mankos wird ihm aber wohl durch die angespannte Personalsituation deutlich erschwert. Aus seiner gewohnten Sturmreihe steht momentan nur der Däne Berggreen zur Verfügung. Dieser trifft zwar relativ zuverlässig (zwei Treffer in vier Spielen), wenn er aber durch die gegnerischen Defensivreihen erfolgreich in den Schwitzkasten genommen wird, dann kommt von Mainz nichts mehr.

SV Werder Bremen – FSV Mainz 05 Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

Für die Bremer gilt es also, die kleine Heimserie mit zwei Siegen zuletzt weiter auszubauen und über die Weserstadion-Punkte den Klassenerhalt anzusteuern. Seit dem Antritt von Coach Florian Kohfeldt agiert vor allem auch die Offensive wieder zielstrebiger, nachdem die Werder-Karriere des Vorgängers Alex Nouri nach einer Serie von fünf Spielen ohne eigenen Treffer zu Ende ging. Unter Kohfeldt blieb man nur gegen die Top-Teams Leverkusen und Leipzig ohne Torerfolg. Zwar haben auch die Norddeutschen personelle Engpässe in der Offensive zu beklagen (Bartels und Jóhannsson fehlen als Stammspieler), aber solange Nationalstürmer Max Kruse dies weiter so gut kompensieren kann (vier Tore in den letzten fünf Matches), fällt dieser Makel nicht so sehr ins Gewicht.

Die fehlenden Auswärtserfolge könnten den Mainzern letztlich zum Verhängnis werden im Rennen um den Klassenverbleib. Wenn man aus sieben Partien auf fremdem Boden nur drei Remis holt, obwohl dabei ein 1:1 in Mönchengladbach und ein 2:2 in Leipzig vor einer Woche durchaus herausstechen, dann kann dies in der Endabrechnung gerne auch mal zu wenig sein. Auch die geringe Durchschlagskraft in der Offensive (nur fünf Treffer auswärts) wird dem FSV wohl gegen Ende negativ vor die Füße fallen. Coach Sandro Schwarz wird sich im Sturm weiter nur auf den Dänen Berggreen verlassen können, da mit Öztunali, Kodro, Muto und Onisiwo vier veritable Stammkräfte verletzungsbedingt die Reise in den Norden nicht mit antreten werden.

Im direkten Vergleich tun sich die Bremer in den Heimspielen gegen die Mainzer erstaunlich schwer. Nimmt man die Vergleiche seit 2010, gelang dem SV Werder nur ein einziger Heimsieg (2:1, November 2012). In diesen sieben Spielzeiten holte der FSV vier Mal den Sieg, zwei Duelle endeten Remis. Aus der vergangenen Saison lässt sich ein 2:1-Erfolg der 05er vermelden. Somit empfangen die Kohfeldt-Schützlinge einen echten Angstgegner zum Abstiegsduell.

SV Werder Bremen Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Pavlenka
Abwehr: Gebre Selassie, Moisander, Sané, Augustinsson
Mittelfeld: Delaney, Junuzovic, Bargfrede
Sturm: Belfodil, Kruse, Kainz

FSV Mainz 05 Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Zentner
Abwehr: Donati, Balogun, Diallo, Holtmann
Mittelfeld: Serdar, Quaison, Frei, Maxim, Fischer
Sturm: Berggreen

Behält Coach Kohfeldt seinen Heimspiel-Nimbus?

Für beide Teams steht sehr viel auf dem Spiel vor dem Gang in die verdiente Winterpause. Der Verlierer dieser Partie wird definitiv von einem Abstiegsrang aus in die Rückrunde starten. Da in beiden Teams die jeweiligen Offensivreihen dezimiert sind, wird vieles von den Qualitäten der verbliebenen Knipser Kruse (SVW) und Berggreen (FSV) abhängen. Die Abwehrreihen wissen also, auf wen sie sich konzentrieren müssen. Nimmt man die aktuell guten Heimresultate unter Kohfeldt und den Angstgegner-Status der Mainzer, dann läuft das wohl am ehesten auf einen spannenden und hart umkämpften Showdown und ein Remis hinaus.