Die Rhein-Neckar-Arena ist Schauplatz des Mittwochspiels TSG 1899 Hoffenheim gegen den Südwest-Rivalen VfB Stuttgart. Die Hoffenheimer haben sich trotz der Doppelbelastung mit der UEFA-Europa-League erstaunlich gut geschlagen in dieser Saison und waren durchweg in der oberen Tabellenhälfte zu finden. Dass es letztlich auf der internationalen Bühne nicht für das Erreichen der KO-Runde reichte, wird wohl am ehesten mit der relativen Unerfahrenheit der Spieler und des Trainerteams zu begründen sein. Auf den Plätzen der Bundesliga-Bühne sind sie jedoch bereits erfahrene Dauergäste geworden. Was nicht zuletzt daran abzulesen ist, dass die sportlichen Angestellten mittlerweile im obersten Regal der Branche gehandelt werden. Der Wintertransfer von Nationalstürmer Sandro Wagner zum FC Bayern ist fix, Leihspieler Serge Gnabry folgt ihm im Sommer und täglich murmelt das Nachrichtentier, dass Coach Nagelsmann im Sommer zu Borussia Dortmund gehen würde.

Rhein-neckar Arena, Sinsheim
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Derlei Begehrlichkeiten kennt man in Stuttgart nur vom Hörensagen. Die Schwaben agieren als Neuling recht geschickt und halten sich erfolgreich von den gefährlichen Abstiegsrängen fern. Das liegt vor allem an der phantastischen Heimbilanz des VfB. Saisonübergreifend hätten sie das Jahr 2017 beinahe ohne Heimniederlage überstanden, wenn nicht am Freitag Bayer 04 Leverkusen beim 2:0-Sieg diese Trutzburg geknackt hätte. Eigentliches Problem der Jungs von Trainer Hannes Wolf sind die Auswärtsreisen. Hier steht lediglich ein winziges Pünktchen auf der Habenseite nach dem 1:1 gegen Hannover am 13. Spieltag und man ziert sogar noch hinter Köln das Tabellenende in dieser Wertung. Wahrscheinlich liegt auch hier das Problem in der jugendlichen Unerfahrenheit. Aus dem gesamten Kader des VfB darf man wohl nur fünf Profis das Prädikat „bundesligaerfahren“ zuweisen (Zieler, Badstuber, Aogo, Beck und die Leaderfigur Gentner). Ein weiteres Mosaiksteinchen für diesen neuen Jugendwahn hätte auch der Transfer des argentinischen Sturmtalents Maximiliano Romero (18 Jahre) sein sollen. Als sein Heimatclub Vélez Sarsfield jedoch zusätzliche Transferforderungen stellte, stieg man aus dem Poker um ihn aus, obwohl der Wechsel schon als fix gemeldet worden war. Aber auch ohne diese Nachwuchshoffnung steckt schon jetzt in der Mannschaft genug Substanz, um am Ende der Saison einen sicheren Platz im Mittelfeld der Liga zu ergattern.

TSG Hoffenheim – VfB Stuttgart Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

Die große Konstante im Saisonverlauf der TSG ist deren Inkonstanz. In den bisherigen 15 Saisonspielen haben sie nur zwei Mal eine Tendenz im darauffolgenden Spiel bestätigen können. Die Chance also, dass die Hoffenheimer nach dem 0:2 vom Wochenende in Hannover nun wieder mindestens ein Unentschieden, ist ziemlich groß. Aber trotz dieser Berg- und Talfahrt halten sich die Nagelsmann-Schützlinge durchweg in der Spitzengruppe der Liga, ein achter Tabellenrang zum Auftakt der Saison stellt die schwächste Platzierung dar. Bisher gab es eine Heimniederlage gegen Mönchengladbach (1:3) und immer mindestens einen eigenen Treffer. In Sachen Personal wird sich das Fehlen der Sturmtanks Wagner (verletzt) und Szalai (gesperrt) am ehesten bemerkbar machen.

Die Auswärtsmisere der Stuttgarter wurde bereits angesprochen, außer einem 1:1 in Hannover und Reisespesen war es nichts gewesen. Zudem holten die Schwaben aus den vergangenen fünf Ligaspielen insgesamt nur einen Sieg (2:1 gegen Dortmund) und die letzten beiden Partien in Bremen (0:1) und Leverkusen (0:2) gingen ohne eigenen Torerfolg verloren. Es steht zu hoffen, dass dieser Negativlauf nicht die zwei Punkte Vorsprung vor Relegationsrang 16 auffrisst. Auch der VfB hat relevante Ausfälle in der Offensive zu beklagen, Flügelflitzer Carlos Mané und Center Daniel Ginczek, beide verletzt, müssen vom Wohnzimmersofa aus mit ihren Kollegen mitfiebern.

Im direkten Vergleich dauerte es bei den Hoffenheimern nach ihrem furiosen Aufstieg 2008 einige Zeit, bis sie in den Heimspielen den Stuttgartern gewachsen schienen. In den ersten fünf Partien TSG-VfB zahlten die Neureichen ordentlich Lehrgeld und verloren sämtliche Vergleiche. Mit der Saison 2013/14 aber drehte sich der Spieß, seither schafften es die Schwaben nicht mehr, in der Rhein-Neckar-Arena einen Dreier zu holen. Nimmt man die aktuelle Auswärtsschwäche dazu, wird es auch in dieser Saison für den VfB nichts zu holen geben bei der TSG.

TSG Hoffenheim Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Baumann
Abwehr: Bicakcic, Vogt, Akpoguma
Mittelfeld: Kaderabek, Demirbay, Amiri, Grillitsch, Toljan
Sturm: Kramaric, Uth

VfB Stuttgart Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Zieler
Abwehr: Pavard, Badstuber, Baumgartl
Mittelfeld: Beck, Ascacibar, Gentner, Ofori, Aogo
Sturm: Akolo, Terodde, Brekalo

Rutscht der VfB doch noch nach hinten durch?

Eigentlich eine klare Sache für die Hoffenheimer, die sich nach dem Aus in der UEFA Europa League ganz auf die erneute Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb in der kommenden Saison hinarbeiten können. Wenn die Störfeuer um die Zukunft von Coach Julian Nagelsmann (wahlweise Dortmund ab 2018 oder Bayern ab 2019) nicht zu sehr Sand ins Getriebe streuen, dürfte diese Partie eine klare Angelegenheit für die Gastgeber werden. Ein erster Auswärtserfolg der Schwaben erscheint gerade im Südwest-Derby eher unwahrscheinlich, auch wenn dies ein Abrutschen in die gefährdete Zone der Liga bedeuten würde.