Am Mittwoch steigt in der BayArena das Bundesliga-Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem SV Werder Bremen. Für die Leverkusener ging es nach einigen Anlaufschwierigkeiten unter ihrem neuen Trainer Heiko Herrlich im Verlauf der Vorrunde stetig bergauf. Nach einem kurzzeitigen Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz am dritten Spieltag sind sie nach dem 2:0-Auswärtssieg vom Freitag gegen den VfB Stuttgart endlich wieder dort angekommen, wo sie auch am Ende der Saison mindestens stehen wollen. Tabellenrang 5 würde im Mai die direkte Qualifikation für die UEFA Europa League bedeuten. Man hätte unter dem Bayer-Kreuz auch nichts dagegen, wenn die aktuelle Serie von 10 Spielen ohne Niederlage bis zur Winterpause ausgebaut werden würde.

Jonathan Tah During The Uefa Champions League Game Between Bayer
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Ganz andere Sorgen haben dagegen die Werderaner. Seit dem zweiten Spieltag stehen sie in dieser Saison durchgehend auf einem Abstiegsplatz, wenn man den Relegationsplatz 16 dazurechnet. Vor allem in der Offensive drückt der Schuh der Grün-Weißen. In bisher acht Spielen blieb man ohne eigenen Torerfolg und nur zwei Mal in der aktuellen Spielzeit gelangen ihnen zwei oder mehr Tore in einem Match (4:0 gegen Hannover und 2:1 in Dortmund). Dieses 2:1 vor der „gelben Wand“ im Signal Iduna Park bedeutete auch den ersten Auswärtserfolg seit Saisonstart. Dieser Sieg hat umso mehr Wichtigkeit für den SV Werder, wenn man sieht, dass sämtliche andere relevante Konkurrenten im Abstiegskampf ebenfalls gut gepunktet haben. Somit dürfte für die Bremer ein Punkt das Mindestziel für die Partie in Leverkusen sein, will man nicht auf einem der Abstiegsränge überwintern. Die Norddeutschen hatten während der Saison ihren Coach gewechselt, nachdem es unter Alexander Nouri zur Negativserie von zehn sieglosen Spielen und fünf Mal 90 Minuten am Stück ohne eigenen Treffer gekommen war. Unter dem 35jährigen Nachfolger Florian Kohlfeldt läuft es deutlich besser, unter seiner Leitung holte der SV Werder neun Punkte aus fünf Matches. Ob dieser Aufwärtstrend auch bei dem Heimstarken Leverkusenern hält, wird man am Mittwoch unter dem Flutlicht der BayArena in Augenschein nehmen können.

Bayer 04 Leverkusen – SV Werder Bremen Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

Die Leverkusener sind zuhause eine echte Bank. Keine der bisherigen sieben Heimpartien ging verloren, wobei nur einer der letzten vier Vergleiche vor heimischem Publikum mit drei Punkten belohnt werden konnte (2:1 gegen Köln), der Rest ging Unentschieden aus. In den vergangenen drei Spielen fingen sich die Bayer-Jungs nur ein Gegentor. Verfolgt man die Spielweise unter dem Jungtrainer Heiko Herrlich näher, dann fällt auf, dass er sein Team sehr variabel und auf den jeweiligen Gegner abgestimmt aufstellt. Von daher dürfen wir uns, aber auch Gästetrainer Kohlfeldt, überraschen lassen, mit welchem System er für den nächsten Heimsieg sorgen will. Zur gewünschten taktischen Umsetzung fehlt Herrlich aus dem Stammpersonal nur Linksverteidiger Wendell, der seine mittlerweile fünfte Rotsperre in der Bundesliga absitzen muss.

Die erste Hälfte der Vorrunde bis zum 10. Spieltag unter dem Ex-Trainer Nouri darf man getrost als Katastrophe bezeichnen. Kein Spiel gewonnen, dabei nur drei Treffer erzielt. Von daher darf die vereinsinterne Ablösung durch den ehemaligen Reserve-Coach Kohlfeldt als berechtigt angesehen werden. Unter ihm begann nun eine neue Zeitrechnung. Aus den fünf Partien wurden drei Siege (4:0 Hannover, 1:0 Stuttgart und 2:1 Dortmund) als Erfolge verbucht und auch der Angriff um Nationalstürmer Kruse ist endlich wieder bundesligareif. Jedoch plagen den Bremern genau in diesem Mannschaftsteil große Verletzungssorgen. Nachdem nun auch Fin Bartels seit der Partie gegen Dortmund nach einem Achillessehnenriss länger aussetzen muss, stehen Werder nur drei gesunde Angreifer zur Verfügung.

Der SV Werder Bremen entwickelte sich für die Bayer-Jungs in den vergangenen Jahren immer mehr zum Angstgegner. Der letzte Heimsieg datiert aus der Saison 2013/14, seither holten die Norddeutschen zwei Siege (dabei ein Mal im DFB-Pokal-Viertelfinale 2015/16, 3:1) und zwei Unentschieden. Nimmt man sämtliche Vergleiche, also auch die aus dem Weserstadion, hat Bremen fünf der letzten zehn Spiele gegen Bayer 04 gewonnen und nur zwei verloren.

Bayer 04 Leverkusen Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Leno
Abwehr: Ramalho, S. Bender, Tah
Mittelfeld: Henrichs, Havertz, L. Bender, Baumgartlinger, Brandt
Sturm: Volland, Bailey

SV Werder Bremen Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Pavlenka
Abwehr: Moisander, Veljkovic, Sané
Mittelfeld Gebre Selassie, Junuzovic, Delaney, Gondorf, Augustinsson
Sturm: Klose, J. Eggestein

Hält die Heimserie gegen den Angstgegner?

Schaffen es die stabilisierten Leverkusener, gegen ihren neuen Angstgegner aus Bremen die Punkte in der BayArena zu halten? Vieles spricht dafür, zumal der SV Werder offensiv mit dem letzten Aufgebot zu diesem Match anreist. Für die Grün-Weißen muss ein Punkt das Minimalziel sein im Kampf gegen den Abstieg, vor allem wenn die Konkurrenz ebenso weiter punktet wie zuletzt. Die Konstellation verspricht ein spannendes und enges Match, das trotz der Tabellenplätze fünf gegen siebzehn wohl am ehesten Unentschieden enden wird.