Am Dienstag treffen in der Schwarzwald-Arena der SC Freiburg und die Borussia aus Mönchengladbach aufeinander. Nach dem furiosen 4:3 im Abstiegsduell gegen die Kölner Geißböcke am Sonntag geht es nur zwei Tage später erneut zu einem schweren und wichtigen Match gegen ein Team aus dem Rheinland. Ob dieser letztlich verdiente Sieg an der eigenen Stärke lag oder doch mehr an der desaströsen körperlichen und mentalen Verfassung der Kölner, wird sich in diesen 90 Minuten gegen den gefestigten Tabellenvierten vom Niederrhein zeigen. Für die Freiburger und ihrem Trainer-Denkmal Christian Streich wäre ein erneuter Dreier lebensnotwendig im Abstiegskampf, da sich die Konkurrenten aus Bremen, Mainz und Hamburg ebenfalls schadlos hielten am vergangenen Wochenende.

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Für die Gladbacher Fohlen wiederum würde ein Auswärtssieg helfen, sich in der Spitzengruppe der Bundesliga festzusetzen. Das Team unter Trainer Hecking kann dabei auch auf den Vorteil bauen, einen Tag mehr Pause zu haben als die Freiburger. Während diese mit großem Aufwand am Sonntag auf schneebedeckten Boden in Köln nach dem zwischenzeitlichen 0:3 eine furiose Aufholjagd starten mussten, durften die Fohlen am Samstagabend auf dem Luxusteppich der Veltins-Arena in Schalke ein 1:1 feiern. Das Match gegen Freiburg stellt für die Borussia auch den Auftakt zu einer kleinen Kellertournee dar, denn nach dem SCF folgen über die kurze Winterpause hinweg die Partien gegen den HSV und das Lokalderby gegen den 1.FC Köln. Eine gute Chance also, sich für den Kampf um die europäischen Plätze ein gutes Punktepolster zu erspielen. Gegen die Freiburger spricht auch die Tatsache, dass sie gegen die Clubs aus der oberen Tabellenregion bisher nur gegen die TSG 1899 Hoffenheim (3:2, 7. Spieltag) und Hannover 96 (1:1, 5. Spieltag) Punkte holten, die restlichen Partien gegen die Top-Teams gingen allesamt verloren.

SC Freiburg – Borussia Mönchengladbach Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

Die Freiburger sind die bisherigen Unentschieden-Könige in der Heimtabelle der Bundesliga. Bei den bisher acht Heimpartien wurden fünf Mal die Punkte geteilt. Dabei fällt vor allem die defensive Stabilität auf. Lediglich sechs Treffer kassierten die Streich-Schützlinge auf heimischemRasen. Die einzige Heimpleite leistete man sich am 11. Spieltag gegen Schalke 04, als man in einem ebenbürtig geführten Match knapp 0:1 verlor. Für die Partie am Dienstag aber gegen die Gladbacher wird man darauf hoffen müssen, den Kräfteverschleiß nach dem Sonntagsspiel in Grenzen zu halten. Besonders der verletzungsbedingte Ausfall von Innenverteidiger Lienhart, der am Sonntag bereits nach einer Viertelstunde runter musste, könnte große Probleme verursachen. Mit ihm sind nun vier Profis aus dem Abwehrzentrum nicht einsatzfähig. Ein großer Trumpf im Spiel des SC ist jedoch der aktuelle Lauf von Sturm-Center Nils Petersen, der die Kölner mit einem Hattrick fast im Alleingang erledigte.

Die Gladbacher wiederum dürften für das Match am Dienstag wohl erneut auf ihre Stärke in Auswärtsspielen pochen. Sie können nach den bisherigen sieben Gastspielen eine positive Punktebilanz vorweisen. Drei Mal schnappten sie sich den Sieg, nur zwei Vergleiche gingen verloren, wobei diese Auswärtsniederlagen mit dem 1:6 gegen Dortmund am sechsten Spieltag und dem 0:3 vor 10 Tagen gegen Wolfsburg dann doch recht deftig ausfielen. Personalprobleme beklagen die Fohlen vor allem auf den offensiven Außenbahnen, mit Herrmann, Hofmann, Traore und Johnson fallen nicht weniger als vier Profis aus, die für diese Positionen gedacht sind. In den vergangenen Wochen konnte dies aber ausreichend gut kompensiert werden.

Die Statistik Face-2-Face spricht klar für die Freiburger. Die letzten fünf Spielzeiten blieben die Gladbacher bei ihren Gastspielen im Breisgau durchweg erfolglos. Der letzte Dreier in der Schwarzwald-Arena datiert aus der Saison 2010/2011 (3:1 im April 2011), wobei zur Ehrenrettung der Niederrheiner erwähnt werden muss, dass ihnen seit zwölf Saisons immer mindestens ein Torerfolg gelingt in den Vergleichen SCF gegen BMG. Bei dieser Paarung gab es in den letzten zehn Spielen fünf Dreier für die Heimelf, drei Remis und zwei Mal Sieger-Schampus für die Borussen.

SC Freiburg Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Schwolow
Abwehr: Stenzel, Koch, Gulde, Günter
Mittelfeld: Ravet, Höfler, Schuster, Stanko, Terrazzino
Sturm: Petersen

Borussia Mönchengladbach Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Sommer
Abwehr: Elvedi, Vestergaard, Ginter, Wendt
Mittelfeld Hazard, Kramer, Zakaria, Grifo
Sturm: Raffael, Stindl

Hält die Festung Schwarzwald-Stadion gegen die Fohlen?

Das 4:3 der Freiburger im Schneegestöber von Köln gegen die Geißböcke zeigte die besondere Charakterstärke und Frustrationstoleranz, die selbst deren Coach Streich nach der furiosen Aufholjagd zu einem besonderen Lob herausforderte. Vielleicht finden die neu gekürten Schneeteufel in den jungen Fohlen vom Niederrhein ihr nächstes Opfer im Abstiegskampf-Blutrausch. Dank der Heimstärke und den 24.000 lautstarken Fans im Rücken wird trotz der nur sehr kurzen Regenerationsphase mindestens ein Punkt im Breisgau bleiben.