Am Samstag treffen sich zu Beginn der Rückrunde der 1. Bundesliga in Österreich die beiden Mittelfeldteams des Linzer ASK und Admira Wacker aus Mödling aufeinander. Die TGW Arena wird dabei wohl nicht ganz ausverkauft sein, obwohl dies das letzte Heimspiel der Oberösterreicher vor der Winterpause sein wird. Für die Linzer unter ihrem Coach Oliver Glasner wird diese Partei richtungsweisend sein, wenn sie nicht schon unter dem Christbaum sitzend ihre hohen Pläne in Sachen Europa League im kommenden Jahr beerdigt sehen wollen. Nachdem sie glänzend in die Saison gestartet waren (am ersten Spieltag fegten sie Admira Wacker mit 3:0 aus dem Stadion) groovten sie sich im weiteren Verlauf im Mittelfeld der Tabelle ein. Von den letzten vier Partien gingen drei verloren, lediglich bei ihrem letzten Heimspiel gelang gegen den Vorletzten aus Wolfsberg ein eher knapper 2:0-Erfolg, der auch erst in der Schlussphase des Matches unter Dach und Fach gebracht werden konnte.

Flag Of Linz City, Austria.
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Für die Schwarz-Weißen aus der Hauptstadt lief es genau andersherum, nach der dicken Auftaktpleite in Linz kamen die Baumeister-Schützlinge immer besser in Tritt und mussten sich seit Anfang September nur noch in zwei Partien geschlagen geben. Dabei gab es aber auch bei ihrem letzten Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Sturm Graz eine wohl auch in der Höhe verdiente 1-6-Schlappe. Aktuell steht Admira Wacker mit fünf Punkten Vorsprung vor LASK auf Rang vier, der zum Ende der Saison einen Platz in der Europa League-Qauli bedeuten würde. Deswegen wird es für die Linzer nur heißen können: Drei Punkte müssen her, eine Niederlage dagegen würde dann schon den Rückstand auf Rang vier auf acht Punkte anwachsen lassen. Nach einigen Partien im Herbst mit etwas mehr Gegentoren lässt Coach Glasner wieder das defensiv stabilere 3-4-3-System spielen, was sich jedoch negativ auf die offensive Durchschlagskraft auswirkte und in drei Partien seither nur noch zwei Treffer gelangen. Die Admira ist in dieser Saison auswärts auch immer für echte Aussetzer gut und erlitt in den Spielen gegen LASK zum Auftakt (0:3), gegen RB Salzburg (1:5 am 3. Spieltag) und Sturm Graz (1:6 vor zwei Wochen) kompletten Schiffbruch. Selbst die zwischenzeitliche Abkehr vom gewohnten 4-5-1-System brachte für die Baumeister-Jungs nicht die erhoffte Besserung.

Linzer ASK – Admira Wacker Mödling Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

Für das Team der Oberösterreicher spricht deren relativ gute Heimbilanz, bei den bisherigen acht Partien in der TGW-Arena blieben gingen sie vier Mal als Sieger vom Platz, die beiden bisher einzigen Niederlagen zuhause passierten gegen die Top-Teams aus Salzburg und der Wiener Austria. Bei den Niederösterreichern sieht das bei den bisherigen Auswärtspartien nicht so gut aus, von den bisherigen 9 Spielen konnten nur zwei gewonnen werden, wobei das 3:2 im November gegen die Austria heraussticht. Das vergangene Auswärtsmatch gegen den Tabellenzweiten Sturm Graz ging komplett in die Hose, nach der frühen Führung durch den Elfmetertreffer des Ex-Bayern-Profis Knasmüllner drehten die Hausherren mächtig auf und ließen den Mödlingern keine Chance mehr. Dies sollte der Admira gegen LASK nicht nochmal passieren, wenn man sich die Verfolger auf Platz vier vom Leib halten will.

Die bisherigen direkten Vergleiche waren meist eine klare Sache für die Linzer. Die letzte Heimniederlage gegen die Mödlinger datiert aus der Saison 2000/2001, als die damals von Hans Krankl trainierten Niederösterreicher mit einem 3:1 die Punkte entführten. Von den letzten 10 Partien gingen die Hälfte an die Linzer, lediglich 2 endeten mit einem rot-schwarzen Sieg. Die Heimpartie gegen LASK am 10. Spieltag wiederum konnten die Jungs unter dem Sponsor Flyeralarm mit 4:2 gewinnen, was einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg nach oben war, seither halten sie sich stabil in der oberen Tabellenhälfte.

Was aber definitiv für die Gäste aus Mödling ein Problem werden könnte, ist der kurzfristige Ausfall ihres Top-Torjägers und Mittelfeld-Strategen Christoph Knasmüllner, der wegen eines Kieferbruchs mindestens bis zum Ende der Winterpause im Januar nicht einsetzbar sein wird. Dabei zählen nicht nur seine bisherigen 12 Saisontreffer, mit denen er sich die Spitzenposition in der Torjägerliste mit dem Salzburger Stürmer Dabbur teilt, sondern auch seine gefährlichen Standards und seine Qualitäten als Zuspieler. Es steht zu hoffen, dass der Kieferbruch des Ex-Bayern-Profis nicht zu einem erneuten Schiffbruch für seine Farben führt. Bei den Linzern muss man sehen, wie die Sperre des Innenverteidigers Ramsebner verkraftet werden kann.

Linzer ASK Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Pervan
Abwehr: Wiesinger, Pogatetz, Luckeneder
Mittelfeld: Ranftl, Holland, Michorl, Rep
Sturm: Reiter, Berisha, Bruno

Admira Wacker Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Leitner
Abwehr: Ebner, Wostry, Strauss, Holzmann
Mittelfeld: Sax, Lackner, Maier, Fischerauer, Grozurek
Sturm: Jakolis

Lassen sich die Mödlinger die Butter vom Europa-Brot nehmen?

Ein entscheidendes Spiel also für die Linzer im Kampf um einen Platz auf europäischer Bühne im nächsten Jahr. Sollten sie die Partie vor eigenem Publikum verlieren, kann es das vielleicht sogar gewesen sein. Entgegen kommt ihnen sicherlich der Ausfall von Knasmüllner, der für Admira Wacker die Lebensversicherung ist. Es ist aber auch davon auszugehen, dass sich die Mödlinger nicht die Butter von ihrem Europa-Brot nehmen lassen und mindestens einen Punkt aus der FWG-Arena mitnehmen werden.