Am Samstag wird die Commerzbank-Arena in Frankfurt wohl aus allen Nähten platzen, wenn die Eintracht den Branchenprimus FC Bayern München empfängt. Für die Frankfurter eine Partie, die sie angesichts des bisherigen Saisonverlaufs und dem aktuellen achten Tabellenrang recht entspannt angehen könnte. Unter dem Trainer-Bruder- Paar Kovac und der sportlichen Leitung Fredi Bobic sind die Hessen wieder sehr stabil geworden in ihren sportlichen Auftritten.

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Niko Kovac zeigt sich taktisch sehr flexibel, legt sehr viel wert auf eine stabile Defensive, und vorne hat man sich mit dem Franzosen Haller (bisher 5 Tore) und dem Last-Minute- Star-Einkauf Kevin Prince Boateng sehr effektiv verstärkt, wobei die Eintracht-Jungs die mit Abstand schlechteste Offensiver aller Teams in der oberen Tabellenhälfte haben (nur 16 Tore in 14 Spielen). Diese Schwäche wirkt sich auch auf die Heimspiele aus, wenn das eigene Spiel nach vorne der ausschlaggebende Faktor sein sollte.

Eintracht Frankfurt – FC Bayern München Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

Von den sechs Partien vor heimischen Publikum wurden drei verloren und nur zwei Mal ging man als Sieger vom Platz. Zwar blickt man auf eine sehr erfolgreiche Auswärtsbilanz mit vier Siegen in sieben Spielen, das wird aber am Samstag nicht viel helfen im Heimspiel gegen die Bayern, die nach der Entlassung Carlo Ancelottis Ende September und der Reaktivierung von Jupp Heynckes auf den Trainerstuhl wieder zur alten „Mia san mia“-Mentalität gefunden haben. Wer die Überflieger von Paris St. Germain in der UEFA Champions League so klar dominieren kann, wie am Dienstag gesehen, der wird auch mit einer stabilen, spielerisch aber eher biederen Mannschaft wie Eintracht Frankfurt wohl keine großen Schwierigkeiten haben.

Heynckes schaffte es in kürzester Zeit, dieses gewohnte Selbstvertrauen in die Köpfe der Millionen-Stars zu pflanzen und die internen Querelen unter den Akteuren zu beenden. Seit eben jener Reaktivierung von Heynckes gewannen die Münchner mit Ausnahme des 1:2 gegen Mönchengladbach vor Wochenfrist alle Partien. Für die Bayern wird es also darum gehen, diese Serie fortzusetzen und nicht die geringsten Zweifel am 28. Meistertitel und sechsten Marienplatz-Termin in Folge zu lassen. Bei den Frankfurtern wird man hoffen, dass die Abwehr die Lewandowskis, Müllers und Riberys kaltstellen kann, um weiter an den europäischen Plätzen schnuppern zu können.

Die Heimschwäche und die fehlenden Offensivqualitäten der Hessen könnten vielleicht den effektiven Ausschlag geben für den Ausgang der Partie am Samstag. Zumal bei den direkten Vergleichen der letzte Sieg der Frankfurter mittlerweile sieben Jahre zurückliegt. Im März 2010 drehten die Hausherren um Trainer Skibbe in den letzten drei Minuten durch Treffer von Tsoumou und Martin Fenin das Match, das nach dem 1:0 durch Miro Klose in der siebten Minute schon entschieden schien.

Es ist also lange her, dass die Eintracht den Bayern die berühmten „Lederhosen auszogen“, die alten Rivalitäten aus den 80er Jahren und die Zeiten von Bein, Okocha und Yeboah sind längst Geschichte. In den sechs Matches seit 2010 entführten die Bayern drei Mal die Punkte komplett aus der Commerzbank-Arena, drei Mal teilte man sich die Punkte. Für die Frankfurter wird es also darum gehen, die Heimbilanz aufzubessern, in der Heimtabelle der Bundesliga steht man aktuell auf dem 16. Platz (nur Bremen und Köln sind vor eigenem Publikum noch erfolgloser).

Ob die Verletztenliste der Bayern (Neuer, Bernat, Thiago und Robben werden nicht auflaufen können) etwas hilft, muss man sehen, zumal auch bei den Frankfurtern mit Abraham, Chandler und Mascarell in der Defensive und dem Mittelfeld-Strategen Fabian wichtige Eckpfeiler in der Mannschaft fehlen.

Eintracht Frankfurt Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Hradecky
Abwehr: Saicedo, Falette, Russ, Willems
Mittelfeld: Wolf, Boateng, Gacinovic, Hasebe, Blum
Sturm: Haller

FC Bayern München Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Ulreich
Abwehr: Kimmich, Süle, Hummels, Alaba
Mittelfeld: Vidal, Müller, Tolisso
Sturm: Coman, Lewandowski, Ribéry

Der nächste Herbstmeistertitel winkt schon

Für die Bayern würde ein Sieg gegen die Frankfurter die fast schon sichere Herbstmeistertitel bedeuten. Sie werden wohl alles daransetzen, dieses Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Sollten die Frankfurter ihre Ladehemmung zuhause ablegen können, wird es wohl auch so kommen. Für die Eintracht wird es auch darauf ankommen, wie die Defensive ohne drei Stammkräfte gegen die Angriffsmaschine der Bayern klarkommt. Das Selbstvertrauen aus den vergangenen Wochen und die am Mittwoch zurückgewonnene europäische Reputation werden die Münchener ab der ersten Minute auf den Platz bringen!