Am Samstagnachmittag kommt es im Rahmen des 15. Spietags im Signal-Iduna-Park zum Duell zwischen Borussia Dortmund und dem SV Werder Bremen. Auf den ersten Blick spricht vieles für die Gastgeber. Zu Gast ist einer der Lieblingsgegner. Der BVB gewann elf der letzten zwölf Bundesliga-Duelle mit Werder. Bremen verlor die letzten zehn Bundesliga-Partien in Dortmund allesamt. Dem gegenüber steht aber die lange Negativserie der Borussen. Seit sieben Bundesliga-Spielen sind die Dortmunder sieglos. Am Mittwoch musste man auch die diesjährige Gruppenphase der Champions League ohne einen einzigen Sieg beenden. Mit dem Minimal-Ergebnis von nur zwei Punkten schafften die Schwarz-Gelben trotzdem den Einzug in die Europa League. Nach der 2:3-Niederlage am Mittwoch bei Real Madrid muss der BVB nun unbedingt gegen Bremen die lange Negativ-Serie beenden, sonst könnte Trainer Peter Bosz endgültig vor dem Aus stehen. Noch steht die Borussia auf Platz 6 und hat nur 4 Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten Leipzig. Gibt es den lang ersehnten Sieg gegen den Lieblingsgegner?

dortmundvswerderbremen09122017
Stockfoto-ID: 111537254
Copyright: vverve

Ganz anders sieht die Lage in Bremen aus. Trotz des 1:0-Sieges gegen den VfB am letzten Wochenende stehen die Bremer immer noch auf Platz 17. Mit dem zweiten Saisonsieg konnte man aber den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze herstellen. Unter dem neuen Trainer Florian Kohfeldt gab es in vier Spielen immerhin sechs Punkte. Vorgänger Alexander Nouri hatte in 10 Spielen gerade einmal 5 Zähler sammeln können. Trotz der schlechten Serie gegen den BVB und dem vorletzten Tabellenplatz reisen die Grün-Weißen mit viel Selbstbewusstsein nach Dortmund. Man hat vernommen, dass die Dortmunder nach der langen Zeit ohne Sieg verwundbar sind. Coach Kohfeldt erklärte vor dem Spiel, dass der Gegner eine sehr hohe Qualität habe und man mit einer gehörigen Portion Respekt ins Spiel gehen werde. Aber man wolle auch nicht mit leeren Händen zurück an die Weser fahren. Was können die Grün-Weißen aus Dortmund mitnehmen?

Borussia Dortmund – SV Werder Bremen Tipp: Fakten, Direktvergleich und Aufstellung

Nach dem Remis gegen Leverkusen am letzten Spieltag fiel der BVB erstmals in dieser Saison aus den Top Five der Tabelle. Auch bei Bayer konnten die Schwarz-Gelben nicht überzeugen. Nur dank der schlechten Chancenverwertung der Werkself in der ersten Halbzeit und der Roten Karte für den Leverkusener Wendell konnte Dortmund einen Punkt aus der Bay-Arena mitnehmen. Im Mittelpunkt der Kritik steht weiterhin der Coach Peter Bosz. Der Niederländer ist mit einem Punkteschnitt von 1,36 der schlechteste Coach seit Jürgen Röber (Saison 2006/07). Mit 34 Toren hat Dortmund immer noch die beste Offensive der Liga. 20 Tore gelangen in sechs Heimspielen. In den letzten drei Heimspielen in der Liga gab es allerdings zwei Niederlagen und ein Remis. Der Coach muss aktuell auf wichtige Spieler wie Marco Reus, Lukasz Piszczek, Erik Durm, Sebastian Rode, Mario Götze, Gonzalo Castro und Maximilian Philipp verzichten.

Auswärts sind die Bremer noch ohne Sieg. In 7 Spielen gab es 4 Remis und 3 Niederlagen. Doch unter Kohfeldt hat ein ganz neues Gefühl in Bremen Einzug gehalten. Man will auch in Dortmund mutig auftreten und läuferisch wieder an seine Grenzen gehen. Beim 1:0 gegen Stuttgart hatte Werder mehr Kilometer abgespult als jedes andere Bundesliga-Team am 14. Spieltag. Auch beim letzten Auswärtsspiel, der 0:2-Niederlage bei RB Leipzig, hatte der SVW dem Vize-Meister eine Partie nahezu auf Augenhöhe geboten. Mit einer besseren Chancenverwertung wäre sicher mehr drin gewesen. Werders Max Kruse steht am Samstag vor seinem 200. Bundesliga-Spiel. Bislang kommt Kruse auf die Anzahl von 120 Scorer-Punkten. In den letzten drei Spielen traf er vier Mal. Mit 16 Gegentoren stellen die Bremer, ganz untypisch für die Norddeutschen, die drittbeste Defensive der Liga. Nur die Bayern und Frankfurt haben weniger Gegentreffer einstecken müssen.

Beide TorhĂĽter spielten schon fĂĽnf Mal zu Null, das ist der Topwert in der 1. Liga. BĂĽrki holte sich die fĂĽnf zu Null-Spiele aber zu Saisonbeginn. In den letzten 9 Spielen gab es kein Match mehr ohne Gegentor fĂĽr den Schweizer. 33 Treffer fielen in den letzten 7 Partien zwischen den beiden Teams. In all diesen Spielen gab es mindestens 3 Tore. In Dortmund konnte der BVB schon 31 Mal gegen Werder gewinnen. Hinzu kommen 9 Remis und 9 Niederlagen. Bremen konnte zuletzt im April 2007 beim BVB gewinnen. Damals gab es einen 2:0-Erfolg.

Borussia Dortmund Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: BĂĽrki
Abwehr: Sokratis, Subotic, Schmelzer
Mittelfeld: Pulisic, Weigl, Sahin, Guerreiro
Sturm: Yarmolenko, Aubameyang, SchĂĽrrle

Werder Bremen Aufstellung (so könnten sie spielen):

Torwart: Pavlenka
Abwehr: Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson
Mittelfeld: Bargfrede, M. Eggestein, Delaney
Sturm: Bartels, Kruse, Junozovic

BVB und Bosz sind zum Siegen verdammt

Im Normalfall wäre die Borussia haushoher Favorit gegen Bremen. Doch nun treffen selbstbewusste Bremer auf extrem formschwache Dortmunder. Zudem wird bei den Hausherren mit Sicherheit die Doppelbelastung aus der Champions League zu spüren sein. Bosz kann wegen der vielen Verletzten kaum rotieren. Selten gab es sicher für die Gäste bessere Voraussetzungen, etwas aus dem Signal-Iduna-Park mitzunehmen. Trotzdem besitzen die Dortmunder sicher die mit Abstand bessere Qualität. Deswegen wird es meiner Meinung nach wahrscheinlich nicht zum Auswärtssieg für Bremen reichen.