Es hätte alles so wunderbar werden können. Belgiens Starensemble aus jungen Filigrantechnikern, zweikampfstarken Einzelkönnern und taktikverliebten Koordinatoren ist an einem guten Tag in der Lage, es mit jedem aufzunehmen. Und nun das! Thomas Vermaelen fällt aus, mindestens für die Generalprobe gegen Norwegen. Die Innenverteidigung ist damit ein weiteres Mal geschwächt worden – Belgien macht die Mitte auf.

Erst Kompany, und nun bald die ganze Defensiv-Kompanie?

@bigstockphoto Bombaert Patrick
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Vincent Kompany ist Abwehrchef und Kapitän der Belgier… gewesen. Denn er musste seine Teilnahme aufgrund einer Verletzung absagen. In einem Atemzug mit Kompany mussten mit Boyata, Engels und Lombaerts gleich drei weitere Abwehrspieler ihre Teilnahme an der EM zurückziehen. Und jetzt fällt wohl auch noch Thomas Vermaelen aus, der zuletzt in der Innenverteidigung auflief und die Lücke füllen sollte. Wie wird Wilmots reagieren?

Vorerst keine Nachnominierung

Es handelt sich wohl nur um eine leichte Zerrung, so die medizinische Abteilung der Belgier. Damit fällt Vermaelen erst einmal nur für das letzte Testspiel aus. Ob er jedoch bis zum Endrundenauftakt gegen Italien wieder wirklich fit wird, bleibt abzuwarten. Seine Position wird wahrscheinlich erst einmal der 25-jährige Kabasele von Genk einnehmen, der noch auf sein Debüt in der A-Nationalmannschaft wartet. Gegen Norwegen muss er beweisen, dass er mehr als bloßer Notnagel ist und ein würdiger Vertreter Vermaelens sein kann.

Gut möglich, dass Wilmots aber auch einen nominellen Außenverteidiger auf die Innenverteidigerposition setzt. Vertonghen und Alderweireld sind beides gelernte Außenverteidiger, die ihre Stärken aber auch in der Innenverteidigung unter Beweis stellen konnten. Welchen Taktikkniff Wilmots sich einfallen lässt, wird spannend zu sehen sein. Eine Möglichkeit wäre natürlich auch, auf eine variable Dreierkette umzustellen, die sich je nach Speilsituation in eine Viererkette umwandeln lässt. Ähnliche Spielchen sieht man bei Testspielen immer wieder – wirklich gefruchtet hat ein solch dynamisches System bisher jedoch selten.

Die Antwort auf die Verletzungsmisere? Sturm und Drang!

Was sonst als das Heil in der Offensive suchen? Die Belgier können eigentlich sowieso nur offensiv spielen, ihr Spielermaterial stellt für Pressing und aggressives Verschieben beste Grundvoraussetzungen. Gegen Norwegen heißt es somit: Visier hoch und volle Power nach vorne. Nicht das die Scouts von Italien und Co nachher noch eine Schwäche offenlegen, die so schnell nicht behoben werden kann.