Es traf die Leverkusener Brandt und Bellarabi. Und auch Hoffenheims Rudy wird nicht mit zur EM nach Frankreich reisen – dies gab der Bundestrainer vergangenen Dienstag bekannt. Soweit keine große Überraschung, was die Auswahl der Heimkehrer anging. Der vierte im Bunde überraschte hingegen sehr: Es ist wieder einmal Marco Reus, der nun zum dritten Mal in Folge nicht zu einem internationalen Turnier im Dress der Nationalelf antreten kann. Wer holt sich den Startplatz vom eigentlich gesetzten Marco Reus?

Götze hat die besten Chancen

Löw
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Der Ausfall von Reus könnte Götzes große Stunde werden. Nach einer eher schlechten Saison beim FC Bayern, in welcher er nur auf wenig Einsatzzeit gekommen ist, fällt mit einem bis zur Verletzung glänzend aufgelegten Reus ein direkter Kontrahent um die Startelf weg. Auch wenn die beiden zu gemeinsamen Zeiten beim BVB beste Freunde waren, ist die Nichtnominierung von Reus wahrscheinlich Götzes größtes Glück.

Noch weitere Anwärter auf die linke Offensivposition

Neben Götze, der auch in der Mitte, auf der rechten Außenbahn oder aber als “falsche Neun” auflaufen kann, stehen noch weitere Spieler bereit. Die Wölfe Draxler und Schürrle haben gute Chancen auf einen Platz in der Startelf, auch wenn beide auf eine eher schlechte Saison beim VfL Wolfsburg zurückblicken. Für manche überraschend ist auch Lukas Podolski wieder mit von der Partie, der sich nach ziemlichen Startschwierigkeiten bei Galatasaray zum Ende der Saison leistungstechnisch stabilisieren konnte. Mit 13 Treffern und 9 Torvorlagen spricht die Statistik eigentlich für Prinz Poldi, der bei seinen letzten Auftritten in der Nationalelf jedoch an vergangene, glanzvollere Tage nicht mehr anknüpfen konnte. Die größte Überraschung ist wahrscheinlich die Nominierung von Leroy Sané. Die Leistung des Schalke-Juwels beim Wasserball-Testspiel gegen die Slowakei war eher durchwachsen, in 90 Minuten konnte er aber immerhin die eine oder andere gute Aktion zeigen. Auf wen auch die Wahl fallen wird, Löw hat wie immer die Qual der Wahl.

Reus bleibt vom Pech verfolgt

Gegen die Bayern verwandelte Reus nach 120 Minuten Einsatzzeit im DFB-Pokalfinale noch einen Elfmeter, eineinhalb Wochen später muss er verletzungsbedingt seinen nächsten großen Schritt in der deutschen Nationalmannschaft erneut verschieben. Als er nach seinem Treffer zurück in den Mittelkreis humpelte, konnte noch niemand ahnen, wie schlimm es anscheinend um seine Gesundheit bestellt ist. Der DFB sprach bei der Verkündung des endgültigen Kaders noch von einer “reinen Vorsichtsmaßnahme”, wenig später sickerte aber die Nachricht durch, dass es doch ernsthafter um die Gesundheit des Offensiv-Allrounders bestellt ist. Anscheinend bestand ein Großteil von Reus’ Vorbereitung in Ascona aus mehreren Stunden Physiotherapie am Tag, die bei Spezialisten der medizinischen Abteilung um Dr. Müller-Wohlfahrt abgeleistet wurden. Am Ende half alles nichts – Marco Reus muss die Heimreise antreten und wird sein Team nur vom heimischen Sofa aus unterstützen können.