Was ist schon eine Wadenverletzung für einen Robbie Keane? Richtig, nichts Weltbewegendes, maximal so schmerzhaft wie ein Mückenstich. Zumindest könnte man davon ausgehen, denn die irische Fußball-Legende steht mit 35 Jahren trotz Verletzung im finalen Kader der Boys in Green.

Der Keane Kong in der Offensive

Robbie Keane
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Einen 35-jährigen Fußballer beschimpfen manche als Methusalem. Bei Robbie Keane traut sich das aber mit Sicherheit niemand, denn der Sturmaggressor der Iren ist Identifikationsfigur und Leistungsträger zugleich. 67 Tore für die irische Nationalelf in 143 Spielen sprechen eine klare Sprache, nach seiner verletzungsbedingten Schonung gegen Weißrussland am Dienstag gab die medizinische Abteilung jedoch grünes Licht für die EM 2016.

Martin O’Neill kann auf seinen Altstar zählen

“Er ist einer, der sich schnell erholt”, so O’Neill in einem Interview vor wenigen Tagen. Dennoch wolle man den Rechtsfuß gegen Weißrussland schonen, was sich nun am Ende bezahlt macht. Der Routinier kickt seit 2012 für Los Angeles Galaxy und erzielte im Jahr 2016 in sechs Spielen vier Ligatreffer. Für das Mannschaftsgefüge der Boys in Green ist Keane immens wichtig, seine Erfahrung und Qualität bringt neben seinem kampfbetonten Charakter enorm viel Schwung und bedingungslose Bereitschaft in einen leicht verjüngten Kader.

Iren vermasseln Generalprobe ohne Keane

Was die Iren ohne ihre Leitfigur Robbie Keane auf die Reihe kriegen, zeigten sie gegen Weißrussland. Nämlich nichts! In Cork setzte es eine 1:2 Heimpleite, bei welcher definitiv der Kapitän fehlte, der durch die nötige Ruhe auch in schwierigen Spielsituationen den Überblick behält. Martin O’Neill bekommt mit Keane, sollte er bei der EM 2016 schon beim ersten Gruppensoiel sein Comeback in der Nationalelf geben können, einen Leitwolf, welcher der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld sein kann. Vor allem in Hinblick auf die Außenseiterrolle der Iren, die auf Schweden, Italien und Belgien treffen, ist ein Kerl wie Keane enorm wichtig. Und ganz nebenbei schwingt sich die Gruppe E dazu auf, das Aufeinandertreffen der Altstars zu werden. Schwedens Ibrahimovic (34), Italiens Buffon (38) und Belgiens Gillet (37) werden allesamt ihr letztes großes Turnier spielen und daher noch einmal alles in Wagschale werfen, um ihr Team gebührend unterstützen zu können. Nicht zu vergessen: In direkter Konkurrenz zur filigranen Iren-Kampfmaschine, Mr. Keano.