Mehmet Scholl, der ehemalige Fußballer des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft, ist heute TV-Fußball-Experte bei der ARD. Er gewann mit der DFB-Elf 1996 den Europameister-Titel.

Die Kritik

Löw
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Nach dem Spiel der Deutschen gegen Italien fühlte sich Scholl zu harscher Kritik berufen, die Bundestrainer Jogi Löw jetzt kommentierte. Vor allem die Taktik des Spiels und auch der Scout des DFB, Siegenthaler, kamen nicht gut davon. Es ist nicht das erste Mal, dass Scholl hart mit Verantwortlichen oder Spielern ins Gericht geht – bei Gomez hat er sich vor ein paar Jahren für unangemessene Kommentare entschuldigen müssen.

Aktuell hatte er vor einem Millionenpublikum gemotzt, dass Löw auf Dreierkette umgestellt hätte. Siegenthaler wurde angegriffen, dass wohl solche Entscheidungen auf seinen Ideen beruhen.

Das sagt Löw dazu

Zwar hat der Bundestrainer etwas verzögert reagiert, aber dafür deutlich. Schließlich hat er eigentlich auch momentan anderes zu tun, als sich dem selbsternannten Experten zu widmen. Schließlich kann nicht jeder, der mal Fußball gespielt hat – und sich übrigens glücklos als Trainer versuchte – die Entscheidungen des Bundestrainers beurteilen. Und doch gab Löw bereitwillig Antwort.

Er betont, dass „Außenstehende die Abläufe, die es intern gibt“, nicht beurteilen können. Dass er die Taktik am Gegner ausrichten würde, sei indes normal, und würde von Leuten wie Siegenthaler entsprechend vorbereitet.

Sehr sachlich, und nicht in der etwas primitiven, überheblichen Art von Scholl, gab Löw Antwort: „Man kann geteilter Meinung sein…, aber wenn das persönlich wird, dann finde ich das nicht in Ordnung“. Wie wahr, schließlich hat keiner was gegen sachliche Kritik und auch, dass entsprechende Diskussionen geführt werden. Doch persönliche Angriffe dieser Art zeigen einfach nur eine gewisse Arroganz. „Der Herr Siegenthaler möge bitte seinen Job machen, morgens liegen bleiben, die anderen zum Training gehen lassen und nicht mit irgendwelchen Ideen…“, so hatte sich Scholl geäußert.

Allerdings kann man davon ausgehen, dass die fußballinteressierten Zuschauer selbst einen Kopf zum Denken haben und daher die Meckerei eines Fernsehkommentators nicht allzu ernst nehmen. Schließlich ist Löw für seine Entscheidungen verantwortlich und hat seine Sache wie immer sehr gut gemacht. Schließlich steht Deutschland im Halbfinale. Dass dazu immer auch ein Quäntchen Glück gehört, weiß jeder. Doch unter dem Strich ist es die Leistung von Löw, den Spielern und allen, die im Hintergrund zum Team gehören, dass solch ein Erfolg möglich wurde.

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